Der Brent-Ölpreis ist am Sonntagabend innerhalb eines Tages um 9% gefallen. Er sank von einem vorherigen Schlusskurs von 91,03 USD auf ein Tief von 82,83 USD, nachdem US-Präsident Trump Gespräche mit Iran zum Wiederöffnen der Straße von Hormus für Montagnachmittag angekündigt hatte.
Später konnte sich der Kurs etwas erholen und lag bei etwa 84,06 USD, was dennoch ein Minus von 7,66% am Tag bedeutete.
Ein weiterer Rückzieher oder echter Frieden?
Trump sagte Reportern an Bord der Air Force One, dass die Verhandlungen am folgenden Nachmittag beginnen. Diese Aussage kam einen Tag, nachdem er einen von ihm als „massiv beschriebenen geplanten Angriff auf Iran kurzfristig gestoppt hatte.
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Trump berichtete, dass Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Iran selbst ihn gebeten hätten, dies aufzuschieben. Seiner Meinung nach zeigt diese Bitte, dass alle Seiten auf ein Hormus-Abkommen hoffen, dem später eine separate Nuklearvereinbarung folgen könnte.
Der Kurs von Brent Crude fällt nach der Nachricht deutlich. Bildquelle: Trading View
Teile dieser Darstellung wurden von den staatlichen Medien in Saudi-Arabien bestätigt. Dort wurde berichtet, dass Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Trump am Wochenende in einem Telefonat zur Deeskalation gedrängt hat. Iran zeichnet ein anderes Bild.
Staatliche Medien in Iran geben keinen Hinweis darauf, dass Teheran seine Position zur Straße von Hormus geändert hat. Die halb-offizielle Nachrichtenagentur Fars ging noch weiter und bestritt, dass Iran Trump je gebeten habe, die Angriffe zu verschieben. Sie machte sich zudem direkt über seine Darstellung lustig.
„Trump der Narr ist am Ende seiner Kräfte!
— Fars Nachrichtenagentur, via CNN
Unsicherheit belastet weiterhin die Märkte
Dieses Hin und Her passt zu einem bekannten Muster. Trump nennt immer wieder den regionalen Druck als Grund für seine Zurückhaltung und verweist dabei weniger auf seine eigenen Berater. Dennoch bleibt seine Haltung in sozialen Medien: Die US-Streitkräfte seien jederzeit bereit, erneut einzugreifen.
Eine mögliche Nuklearvereinbarung würde auf dem Memorandum of Understanding aus Juni aufbauen. Dieses Abkommen gab beiden Seiten 60 Tage für Verhandlungen, die Frist läuft nun ab.
Die Unsicherheit betrifft bereits Verbraucher und Märkte auf beiden Seiten. In den USA steigen die Preise an den Tankstellen, weil es weiterhin Probleme beim Transport und der Produktion gibt. Die monatelangen Konflikte haben zudem Irans eigene Wirtschaft stark belastet.
Jedes Signal von US-Präsident Trump hat die Öl-Trader seitdem hin- und hergerissen. Dazu gehört auch der 9,6%-Sprung am Mittwoch im Zusammenhang mit Hormus, der dieser jüngsten Kehrtwende vorausging.
Auch am Montag könnten die Gespräche lediglich zu einer weiteren Verzögerung führen. Teheran bewegt sich öffentlich weiterhin nicht, und die Zeit für das Memorandum läuft weiter ab.


