Bitcoin (BTC) zeigte in diesem Jahr eine geringere Volatilität als der wichtigste Aktienindex Südkoreas, wie Daten von Bloomberg zeigen. Ein nationaler Aktienindex schwankte also stärker als die bekannteste Kryptowährung.
Im Vergleich dazu wichen die Tagesrenditen des KOSPI in diesem Jahr um 63% von ihrem Durchschnitt ab. Beim Bitcoin waren es nur 48%. Zwei große Chip-Unternehmen in Südkorea verursachen diese Lücke.
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Zwei Aktien steuern einen gesamten Index
Samsung Electronics und SK Hynix liefern die Speicherchips, die das KI-Wachstum ermöglichen. Ihre Aktien sind so stark gestiegen, dass diese beiden Unternehmen jetzt mehr als die Hälfte des KOSPI ausmachen. Mit eingeschlossenen Tochtergesellschaften ist der Anteil noch höher.
SK Hynix verzeichnete in diesem Jahr eine massive Rallye, ist aber allein im letzten Monat um über 20% gefallen. Bildquelle: Trading View
Diese Konzentration macht den südkoreanischen Leitindex zu einer gehebelten KI-Investition. Dadurch hängt die Stimmung am Markt vom Sentiment an der Wall Street ab. Als der KOSPI im Juni ein Rekordhoch erreichte, verloren mehr als 650 der insgesamt 831 Aktien an Wert, berichtete Bloomberg.
SK Hynix verlor später innerhalb von drei Handelstagen 27% an Wert, weil es Sorgen um die Ausgaben für Rechenzentren gab. Anschließend sprang die Aktie um das tägliche Maximum von 30% nach oben, als das Sentiment sich wieder drehte. Ein ähnliches Muster zeigte sich bereits bei einem Abverkauf von KI-Speicheraktien bei SK Hynix in diesem Monat.
Retail-Hebel verstärkt die Schwankungen
Private Investoren halten den größten Teil der gehebelten börsengehandelten Fonds (ETFs), die Samsung und SK Hynix abbilden. Diese Fonds verstärkten die Schwankungen noch weiter. In Spitzenzeiten machten die ETFs und die zugrunde liegenden Aktien mehr als 70% des täglichen Handelsvolumens aus. Der gesamte Aktienmarkt Südkoreas kommt auf 3,4 Billionen USD.
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Gleichzeitig sorgte die Volatilität dafür, dass die Korea Exchange in diesem Jahr neunmal den Handel aussetzen musste. Im Jahr 2024 passierte das nur einmal. Allerdings folgt diese Entwicklung auf einen historischen Börsenabsturz, der bereits zu den schlimmsten in der Geschichte Südkoreas zählt.
Finanzminister Koo Yun Cheol räumte ein, dass die Aufsichtsbehörden die gehebelten Produkte zu schnell genehmigt haben. Die Behörden haben nun Obergrenzen für die Exponierung und höhere Handelsgebühren angekündigt, um das Risiko für Privatanleger zu begrenzen.
Bitcoins Jahr war nicht ruhig, sondern einfach stetiger
Bitcoin startete 2026 bei fast 88.000 USD und notiert derzeit bei etwa 63.000 USD. Das entspricht einem Rückgang von rund 29% seit Jahresbeginn. Verglichen mit dem Allzeithoch von Oktober 2025 bei 126.000 USD beträgt das Minus fast 50%.
Dieser Rückgang war keine einzelne starke Bewegung. Bitcoin fiel im Februar auf Tiefststände bei rund 60.000 USD, erholte sich kurzzeitig, blieb dann aber weiterhin unter Druck und sank im Juni auf etwa 57.000 USD. Trader führen diese Entwicklung auf langsamer werdende Zuflüsse in ETFs und Kapitalverschiebungen Richtung KI-Aktien zurück.
Der Bitcoin-Kurs ist im vergangenen Jahr im Allgemeinen gefallen. Bildquelle: BeInCrypto
Dieser stetige, meist einseitige Rückgang ist wohl der Grund dafür, dass die Volatilität von Bitcoin nach Bloomberg-Daten im Vergleich zum KOSPI moderat erscheint. Die Kennzahl von Bloomberg misst, wie stark die täglichen Renditen vom eigenen Durchschnitt abweichen, nicht die gesamte Kursänderung.
Ein gleichmäßiger Abwärtstrend kann daher eine niedrigere Kennzahl erzeugen als ein Markt, der heftig nach oben und unten schwankt, selbst wenn der Gesamtverlust größer ist.
In der Krypto-Community gilt Bitcoin meist als das unberechenbare Asset. Ob die KI-Rallye in Korea abkühlt, bevor die starke Hebelwirkung zurückgeht, könnte entscheiden, welcher Markt künftig diesen Ruf bekommt.


